Freitag, 18. April 2014

Rezension { Aygen} | Als ein anderer mir den Kopf verdrehte | Deniz Selek



Als uns die Leute interessiert musterten, wurde mir zum ersten Mal bewusst, was wir für einen Anblick boten. Fünf Menschen mit heller und dunkler Haut, eine südländische Schwangere, ein mädchen mit langen roten Haaren, eins mit schwarzen Korkenzieherlocken, ein Junge mit Dreads und Halbafrikaner mit Glatze. Zitat Seite 41

Ein kleiner Einblick in den Klappentext:



"Jannah fliegt mit ihrer Patchworkfamilie in die Türkei. In der ferienanlage lernt sie einen Jungen kennen, der alles hat, was einen coolen Typen ausmacht. Er sieht gut aus, ist total nett, sportlich, und schnell fängt es zwischen Jannah und ihm an zu knistern. Das passt ihrem Stiefbruder Ken nun aber überhaupt nicht. Eifersüchtig lässt er Jannah und ihren Neuen nicht mehr aus den Augen. Bis zur Abschiedsparty am Strand…"











"Mit den Ohren im Meer lauschte ich. Auf das Krsipeln der Sandkörner unter mir, das Klickern der Kieselsteine, das Zischen der Wellen, die an den Strand glitten, und auf das dumpfe Gluckern endloser Weite.
Zitat Seite 152
"

Meine Gedanken zu dem Buch:

Die Aufmachung und die Covergestaltung haben sich kaum verändert, was aber den Wiedererkennungswert des Buches steigern. Auch das Glossar ist wieder greifbar und erklärt die türkischen Begriffe und Sprichwörter. Diesmal taucht ein weiterer Charakter auf. Sayan, ein Junge, den Jannah im Urlaubsparadies Bodrum in der Türkei kennenlernt und für den sie zu schwärmen beginnt. Dennoch lies mich die ganze Zeit über das Gefühl nicht los, dass sie stärkere Gefühle für Ken hat. Ken stichelt zwar immer noch aber diesmal zeigt er auch Gefühle. Seine Eifersucht ist selbst für die anderen Familienangehörigen nicht zu übersehen. Deniz Selek schafft auch diesmal eine tolle Atmosphäre. Man fühlt sich verliebt und schwebt im 7. Himmel. Die Entwicklung der Story erreicht diesmal am Ende den Höhepunkt und lässt mich glücklich zurück. Ich kann dieses Buch jungen Mädchen wärmstens empfehlen. Teeniealltag gepaart mit romantischen Momenten an einem wunderschönen warmen Ort. Eine außergewöhnliche Patchworkfamilie, die man schnell lieb gewinnt und nicht mehr missen möchte.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit:

Diese Buch lässt mich auch diesmal mit einem glücklichen Seufzer zurück. Bereits im ersten Teil von Heartbreak Family war ich von der Patchwork Familie begeistert und habe ganz aufgeregt auf die Fortsetzung gewartet. Ein wunderbaren Jugendbuch, altersentsprechend und so bezaubernd geschrieben, dass man dieses Kribbeln in Jannah nur zu gut nachvollziehen kann. Wer bereits Teil 1 kennt, wird im zweiten Teil auf jedenfall auf seine Kosten kommen. Ken und Jannah sind einfach wunderbar.
"Ein Blick ohne rechts und links, mitten durch die Menge, mitten durch alles, was bisher geschehen war, mitten in mein Herz." Zitat Seite 210

© Rezension: 2014, Aygen Ekici (ae)

Als ein anderer mir den Kopf verdrehte– Deniz Selek – S.Fischer Verlag
27. März 2014 / Gebundene Ausgabe/ 288 Seiten  
ISBN 13: 978-3-596-85542-1
Print: €  13,99 [D]* / eBook:    11,99 [D]* Preis zum Zeitpunkt der Rezension


Quelle Coverbild: © Website S.Fischer Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: © Deniz Selek

Donnerstag, 17. April 2014

Rezension {Sandra} | Das Hochzeitsversprechen | Sophie Kinsella

Typisch Kinsella! – Romantisch turbulente Honeymoon-Geschichte mit einer guten Portion Humor…

Ein kleiner Einblick in den Klappentext: 

http://www.randomhouse.de/Presse/Taschenbuch/Das-Hochzeitsversprechen-Roman/Sophie-Kinsella/pr434285.rhd?pub=4000&men=783&mid=5
© Goldmann Verlag
Nach der jüngsten Enttäuschung hat Lottie endgültig die Nase voll von bindungsunfähigen Männern. Als sich da plötzlich Ben meldet, eine alte Flamme von ihr, geht alles ganz schnell. Denn Ben erinnert Lottie an einen vor Jahren geschlossenen Pakt, wonach die beiden einander heiraten wollten, sollten sie mit dreißig noch single sein. Lottie zögert nicht lange und marschiert kurzentschlossen mit Ben zum Altar. Von dort geht es geradewegs in die Flitterwochen auf Ikonos, jene griechische Insel, auf der sie sich einst kennengelernt hatten. Freunde und Familien der beiden sind entsetzt. Und schließlich machen sich Lotties Schwester Fliss und Bens Freund Lorcan auf nach Ikonos, um Honeymoon und Hochzeitsnacht nach Kräften zu sabotieren ...

Meine Gedanken zu dem Buch: 


Typisch Kinsella! War mein erster Gedanke als ich das Buch in den Händen hielt. Das weiße Cover mit der Braut und den Blumen darauf, verspricht Romantik, Humor und ein Happy-End. Und genau das bekommt der Leser auch, doch leider konnte die Geschichte nicht ganz mit dem mithalten, was ich bisher von Frau Kinsella gewohnt war.
Ihr Schreibstil war wie immer locker und leicht zu lesen gespickt mit einer guten Portion Humor, sodass das Lesen nicht langweilig wurde.  Trotz der umfangreichen 512 Seiten habe ich mich stets gut unterhalten gefühlt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Schwestern Lottie und Fliss erzählt, so bekommt man einen wunderbaren Einblick in die chaotische Gedanken- und Gefühlswelt der jungen Frauen. Außerdem bring diese wechselnde Erzählperspektive etwas Abwechslung in die Geschichte. Natürlich sind damit auch einige kleine Wiederholungen in der Handlung verbunden, doch darüber kann man leicht hinwegsehen.
Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein. Lottie träumt wie jede Frau von einer romantischen Hochzeit mit ihrem Traummann, ein schickes Haus und natürlich Kinder, doch als das scheitert, stellt sie alles in Frage. Fliss ist frisch geschieden und liegt im Streit mit ihrem Exmann, besonders bezüglich ihres gemeinsamen Sohnes. Aus eigener Erfahrung ist sie nicht gerade begeistert davon, dass Lottie unbedingt heiraten will. Doch Lottie weist alle Bedenken ihrer Schwester von sich und geht ihren eigenen Weg – sie heiratet eine alte Jugendliebe. Für mich persönlich war dieses Verhalten von Lottie eine totale Trotzreaktion und wirkt total kindisch. Wem will sie eigentlich etwas beweisen? Sich selbst oder Fliss? Lottie ist in ihrem Verhalten schlichtweg stur und lässt sich nicht von ihrem Weg abbringen, selbst dann nicht, wenn sie sich selbst eigentlich eingestehen müsste, dass sie gescheitert ist. Doch das kann sie irgendwie nicht. Für mich hat Lottie einen Charakter, der mir nur wenig sympathisch ist. Sie wirkt für ihr Alter noch äußerst naiv und unreif, was allerdings so gar nicht zu ihren Träumen und Wünschen vom Leben passt. Anstatt sich ihrem Leben zu stellen und eigene Entscheidungen zu treffen, versucht sie mit aller Macht sich gegenüber ihrer großen Schwester zu behaupten.  Warum ist sie nicht einfach sie selbst und steht dazu? Aber Fliss macht es ihr auch nicht gerade leicht. Fühlt sie sich doch für ihre kleine Schwester verantwortlich und will sie ständig beschützen anstatt sie ihre eigenen (auch negativen) Erfahrungen machen zu lassen. Fliss sollte lernen loszulassen, auch wenn es schwer fällt.
Mein persönliches Highlight waren die Sabotieraktionen, die sicherlich sehr überspitzt und dadurch teilweise eher unrealistisch waren. Aber gerade von solchen Übertreibungen leben solche Geschichten doch, oder nicht? Die Aktionen unterstützten die an sich schon humorreiche Handlung und machten das Lesen umso amüsanter, da sie immer wieder für den einen oder anderen Lacher sorgten.
Das Ende konnte mich allerdings wenig überzeugen. So war bereits viele Seiten vor der letzten Zeile klar, wie die Geschichte wohl ausgehen wird. Dadurch wirkte das Ende sehr in die Länge gezogen. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit


„Das Hochzeitsversprechen“ war insgesamt ein typischer Kinsella-Roman – chaotische und ziemlich naive Protagonistinnen, große Gefühle und eine gute Portion Humor. Obwohl mich der Roman gut unterhalten hat, brachten mir die anderen Romane der Autorin (etwa Shopaholic) deutlich mehr Lesespaß und die Handlungen wirkten insgesamt überzeugende. Dennoch ist „Das Hochzeitsversprechen“ ein unterhaltsamer Roman für zwischendurch, den man jedoch in seiner Handlung  nicht allzu ernst nehmen, sondern einfach genießen sollte.


© Rezension: 2014, Sandra (sk)
Sunny liest“ 


Das Hochzeitsversprechen – Sophie Kinsella – Goldmann Verlag
20. Januar 2014 / Klappenbroschur / 512 Seiten  
ISBN 13: 978-3-442-47986-3
Print: € 9,99  [D]* / eBook: €  8,99 [D]
* Preis zum Zeitpunkt der Rezension


Quelle Coverbild: © Website Goldmann Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: © Sophie Kinsella

Mittwoch, 16. April 2014

Rezension {Susa} | Der dunkle Kuss der Sterne | Nina Blazon

Eine Moreno berechnet Chancen, blickt voraus und spricht als Letzte. Niemals lässt sie sich in die Karten schauen. ~ Seite 280

Ein kleiner Einblick in den Klappentext: 

http://www.randomhouse.de/Buch/Der-dunkle-Kuss-der-Sterne/Nina-Blazon/e377656.rhd

Die finstere Vergangenheit der Macht

Canda, eine junge Frau der obersten Kaste Ghans, wacht nach einem schrecklichen Albtraum auf und erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel: Es ist ihr Gesicht, das ihr entgegenblickt, aber etwas ist verloren gegangen. Ihr fehlt der Glanz, mit dem sie alle bezaubert hat. Und Tian, dem sie versprochen war, ist spurlos verschwunden … Ihre eigene Familie verstößt sie und lässt sie wegsperren, doch Canda entkommt. Und trifft ausgerechnet auf die Mégana, die Herrscherin des Landes, die ihr einen erstaunlichen Handel vorschlägt: Sie stellt Canda einen Sklaven, den geheimnisvollen Amad, zur Seite, um Tian zu suchen. Doch der Preis, den Canda dafür zahlen muss, ist hoch, und ihre Suche führt auf ungeahnte Wege …

Denk nach, befahl ich mir. Zu den Entführern kann er nicht gehören, das hätten die Méganes herausgefunden. Viel wahrscheinlicher war, dass er nichts davon wusste und dass die Mégana ihn sehr bewusst ausgewählt hatte. Sie war eine kluge Frau, die wusste, dass Liebende zu allem fähig waren – und verratene Liebende noch mehr. Was hatte er vor wenigen Tagen gesagt? Dass ich mein Blut ebenso verpfändet hatte wie er. ~ Seite 247

Meine Gedanken zu dem Buch:


Mein erster Gedanke war tatsächlich „sie hat es wieder getan"  - im doch sehr positiven Sinne. Tatsächlich ergeht es mir bei der Autorin Nina Blazon immer gleich, denn ich brauche meist so um die 100 Seiten bis mich ihre Geschichten packen und in ihren Bann ziehen. Es ist aber zugegebener Maßen so, dass auch diese 100 Seiten sehr wichtig für die Geschichte sind und ich weiß ehrlich gesagt nicht warum mir dies immer gerade bei dieser Autorin auffällt aber es tut ihren Geschichten auch keinen Abbruch.
Es ist bereits das fünfte Buch welches ich von ihr gelesen oder vielmehr verschlungen habe. Mir gefallen der flüssige Schreibstil, die wunderbar detaillierten Beschreibungen der Schauplätze und auch die Wahl der Protagonisten die die Autorin immer wieder auf ein Neues findet.
In dieser Geschichte schafft sie eine atemberaubende Welt die es mit viel Spannung zu erkunden gilt. Man durchlebt ein Abenteuer aus der Sicht von Canda wie es wahrlich nicht märchenhafter sein könnte. Geschrieben ist die Geschichte in der Ich-Form und das Buch führt uns durch viele Kapitel die in sechs Abschnitte unterteilt sind.

Canda erwacht am Morgen vor ihrer Hochzeit und alles kommt anders als geplant. Sie ist eine andere glanzlose Person, ihr versprochener Tian ist verschwunden, sie wird von ihren Eltern verstoßen, landet im Haus der Verwaisten und flieht von dort. Dies ist der Beginn einer großen und gefährlichen Reise. Einer Reise nach der Suche der Wahrheit. Sie lernt, dass es auch ein anderes Leben außerhalb der glanzvollen und prächtigen Stadt Ghan gibt. Sie lernt auch eine andere Denkweise und begegnet den Unterschiedlichsten Menschen und Kreaturen. Begleitet wird sie von dem Sklaven Amad, der von der Mégana beauftragt wurde auf Canda zu achten und sie auch wieder nach Ghan zurückbringen soll.
"Ich lernte an diesem Tag tatsächlich eine Lektion: Er war keiner von uns, aber er besaß auch eine Gabe, die ebenso stark war wie jede einzelne von den unsren: Er konnte mit den Augen andrer sehen. Und er hatte mich schon in dem Augenblick durchschaut, als ich selbst nur ahnte, dass ich der Stadt nicht mehr ganz gehörte. Trotzdem hat er vor der Mégana geschwiegen." ~ Seite 175
Nina Blazon schafft es die Geschichte so vielfältig zu erzählen, dass man bis zum Schluss hin immer wieder an eine ganz andere Wandlung der Geschichte glaubt. Immer wieder zweifelt man wer auf der Guten und wer auf der bösen Seite steht und dies gefällt mir sehr gut.
Wird es Canda gelingen, Tian zu finden und seine Unschuld zu beweisen. Wird sie die Antworten auf die Fragen die sie quälen finden und wird sie je nach Ghan zurückkehren können …
Noch ein paar Worte zum Buch an sich. Das Cover ist sehr schön und ansprechend gestaltet. Ein sinnliches mädchenhaftes glanzvolles Gesicht welches auf eine Wasserfläche geneigt ist und sich darin spiegelt. Zarte kleine leuchtende Sterne sind über das gesamte Cover verteilt und verleihen dem ganzen einen märchenhaften Anblick. Der Titel des Buches scheint ebenfalls zu leuchten, denn er ist in einem metallischen hellen Blau gehalten.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit


Eine Geschichte die das Leben schreiben könnte, sofern man das Märchenhafte und Schauerliche weglässt und hinter die Kulisse der jungen Canda schaut, kann man sich doch auch sehr gut mit ihr identifizieren. Aus einer einst hochmütigen und engstirnigen jungen Frau wird eine ganz andere erwachsene reife und vor allem echte Canda. Anfangs merkt man auch sofort, dass es kein Wunder ist, dass Canda so ist wie sie ist. Sie wuchs auf in einer Stadt die in Ringen unterteilt ist. Im innersten Ring, in einem Turm lebt sie unter anderem mit ihrer Familie umgeben von Bediensteten. Ihre Familie ist eine von den fünf hohen Familien die über die Stadt herrschen. In den äußeren Ringen leben die Bediensteten und einfachen Menschen und außerhalb Ghans leben Barbaren und gefährliche Kreaturen.
Ich hatte tatsächlich vergessen wie verschieden wir waren. Es war nicht nur die Entfernung von Stand und Familie, wir lebten auf völlig unterschiedlichen Kontinenten. "Keine Bücher?", sagte ich fassungslos. "Aber wenn ihr nicht schreib und lest, wisst ihr doch überhaupt nichts von der Welt!"
"Und du weißt etwas davon?", spottete er. "Dann lies mir mal vor, was da oben geschrieben steht!"
"Was meinst du?"
"Was schon Papierverschlingerin? Das nachtblaue Buch mit Sternenschrift."
~ Seite 191
Die Geschichte von Canda lehrt uns nicht auf alles zu vertrauen was uns vorgelebt und vermittelt wird sondern auf das vertrauen was wir sehen und fühlen. Man sollte ab und an sich selbst, sein Leben und vor allem das Leben da draußen hinterfragen.
Wir hatten alles: Inspiration, Schönheit, Reichtum und Technik, die wie Magie wirkte. Und die Welt außerhalb Ghans zahlte den Preis dafür. ~ Seite 409
Ich lege Euch dieses Buch sehr ans Herz denn es hat etwas magisches, etwas spannendes und auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Ein gelungenes Buch einer großartigen Autorin.

© Rezension: 2014, Susa
ღ Susas Leseecke ღ

 


Der dunkle Kuss der Sterne - Nina Blazon – cbt Verlag
24. Februar 2014 / Gebundenes Buch mit Schutzumschlag / 528 Seiten
ISBN 13: 978-3570161555
Print: € 16,99 [D]* / eBook: € 13,99 [D]* Preis zum Zeitpunkt der Rezension


Quelle Coverbild: © http://www.randomhouse.de/, mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgruppe Randome House.
Buch Zitate: © Nina Blazon